ENTKNOTEN – Beratungsstelle gegen Alltagsrassismus und Diskriminierung

Sie können sich gegen Diskriminierung wehren!

  • Ihnen wird eine Wohnung nicht vermietet?
  • Ihre Bewerbung wird nicht berücksichtigt?
  • Mitarbeiter*innen von Behörden sind unfair?
  • Sie werden respektlos behandelt?
  • Sie werden in Geschäften/Banken nicht bedient?

Wenn Sie aufgrund Ihrer Herkunft, Nationalität oder Religion schlechter behandelt werden, dann ist das Diskriminierung.

Diskriminierung ist verboten. Sie haben Rechte und können sich wehren.

Wir unterstützen Sie!

Wir hören Ihnen zu. Wenn Sie es wünschen, suchen wir gemeinsam mit Ihnen nach Lösungen und begleiten Sie bei allen Schritten. Wir…

  • übernehmen Nachfragen und Recherchen
  • schreiben Beschwerdebriefe
  • begleiten Sie zu Gesprächen
  • unterstützen Sie bei rechtlichen Schritten
  • machen Diskriminierung öffentlich

Wir beraten Sie persönlich, vertraulich und kostenlos. Auf Wunsch auch anonym. Wir arbeiten unabhängig und machen nichts ohne Ihre Zustimmung. Bei Bedarf übernehmen wir Fahrtkosten und organisieren Sprachmittlungen.

Hier können Sie sich erste Informationen holen, uns kontaktieren für eine Beratung oder auch nur einen Diskriminierungs-Fall melden.

Ihr ENTKNOTEN-Team

Pressemitteilung zu Rassismus-Erfahrungen

Rassismus-Erfahrungen ernst nehmen

Diese Pressemitteilung wurde vom LAMSA e.V., Träger des Projekts Entknoten, am 30.07.2018 veröffentlicht.

Berichte von Betroffenen über Rassismus und Diskriminierung werden oft kleingeredet

Halle (Saale), 30. Juli 2018

Unter dem Hashtag #MeTwo teilen aktuell tausende twitter-User ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus und Diskriminierung. Die geschilderten Ereignisse geben einen Einblick darüber, womit Migrant*innen und Migranten, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen die in Deutschland geboren sind, aber rein phänotypisch nicht als zugehörig gelesen werden, täglich konfrontiert sind.

„Dass sich so viele Betroffene zu Wort melden verdeutlicht, dass es bisher keine Selbstverständlichkeit war, über Diskriminierungserfahrungen zu sprechen“, betont Mamad Mohamad, Geschäftsführer des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA). Oftmals wird ihnen eine falsche Wahrnehmung oder Humorlosigkeit unterstellt oder gar das Recht abgesprochen, überhaupt Kritik üben zu dürfen. Zudem werden rassistische Vorfälle als privater Streit oder übertriebene persönliche Befindlichkeit verharmlost, statt diese als Diskriminierung anzuerkennen. Durch die Verharmlosung wird Betroffenen das Recht abgesprochen, gegen erlebte Diskriminierung vorzugehen.

LAMSA beobachtet dieses Phänomen regelmäßig unter anderem im Projekt ENTKNOTEN, der Beratungsstelle gegen Alltagrassismus und Diskriminierung. Die Ratsuchenden, welche ENTKNOTEN aufsuchen, kommen in der Regel, weil sie Ausgrenzungen erleben, z. B. auf dem Wohnungs- oder Arbeitsmarkt. Sie berichten dann meist auch von rassistischen Beleidigungen und Angriffen im Alltag. Jeder diskriminierende Spruch, jede Ausgrenzung bewirkt eine Mikroaggression, die im Laufe der Zeit für Betroffene immer schwerwiegender werden kann und sich sowohl psychisch als auch physisch, bspw. mit körperlicher Erschöpfung, zeigt.

ENTKNOTEN möchte Betroffene unterstützen, sich gegen Diskriminierung zu wehren. Deshalb finden neben der persönlichen Einzelfallberatung im Rahmen des Projektes regelmäßig Empowerment-Workshops statt. Diese bieten Betroffenen zudem die Möglichkeit, sich im geschützten Rahmen über ihre Erfahrungen auszutauschen.

Geplante Workshops:

18., 25. und 26. August 2018 – Redaktionsworkshop Diskriminierung (mit fjp>media)
08. und 09. September 2018 – Theaterworkshop Postmigrantisches Theater (Ich – Wir – Die.)
15./16. September 2018 – Empowerment-Workshop für Frauen mit Rassismuserfahrungen

Über das LAMSA:

Das Landesnetzwerk (LAMSA) wurde im Jahr 2008 gegründet und vertritt seither die politischen, wirtschaftlichen und sozialen, sowie kulturellen Interessen der Menschen mit Migrationshintergrund auf Landesebene. Es versteht sich als deren Fürsprecher und steht gegenüber der Landesregierung, allen migrationspolitisch relevanten Verbänden, Institutionen und weiteren Migrantenorganisationen in anderen Bundesländern als Ansprechpartner zur Verfügung. Im März 2014 gründete LAMSA einen gemeinnützigen Verein. Derzeit sind 97 Organisationen und Einzelpersonen unterschiedlicher Herkunft, kultureller Prägung sowie religiöser Zugehörigkeit im LAMSA vertreten.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung.

Kontakt:

Herr Mamad Mohamad

Geschäftsführer des LAMSA e.V.

Tel.: (0345) 171 94 051 | Mobil: 0176 444 089 69

E-Mail: mamad.mohamad@lamsa.de | Web: www.lamsa.de

www.alltagsrassismus-entknoten.de

Hier finden Sie die PDF.

Empowerment-Training für Frauen* mit Rassismus­erfahrungen

Schwarze Frau erhebt ZeigefingerDer Workshop soll Frauen* mit Rassismus­erfahrungen einen „safer space“ bieten, in welchem ein Austausch darüber möglich ist, inwieweit Rassismus­(erfahrungen) die Teilnehmer­innen geprägt und welche (Widerstands-)Strategien sie entwickelt haben. Der Workshop bietet eine Analyse­möglichkeit und eine Auseinander­setzung der eigenen Rassismuserfahrungen im Alltags- und Arbeitsleben.

In der Gruppe werden individuelle Strategien im gegenseitigen Austausch gestärkt und erweitert.

Ort: Halle (Saale)

Datum: 15. und 16. September 2018

jeweils 10.00 Uhr – 17.00 Uhr

Kosten: keine

Unterkunft und Verpflegung sind vorhanden, Übernahme der Fahrtkosten möglich. Bei Bedarf ist eine Kinderbetreuung ggf. möglich.

Frau mit KopftuchMethoden: klassische Methoden der politischen Bildungsarbeit sowie Biographie- & Theaterarbeit

Das Training richtet sich ausschließlich an Frauen* mit Rassismuserfahrungen, die aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft, ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit, ihres Namens oder ihrer Sprache mit Rassismus konfrontiert sind.

Referentinnen:
Žaklina Mamutovič und Nastaran Tajeri-Foumani sind freiberuflich in der politischen Bildungsarbeit tätig und setzen sich in ihrer Arbeit mit rassismuskritischen und diversitätsbewussten Konzepten auseinander.

Anmeldungen und Rückfragen:
LAMSA e.V.
Frau Mary Lange
Große Ulrichstraße 25
06108 Halle (Saale)
mary.lange@lamsa.de
Tel.: 0345 – 517 202 88

Kosten: Der Workshop ist kostenlos, Unterkunft + Verpflegung vorhanden, Übernahme der Fahrtkosten möglich

Anmeldeschluss: Die Anmeldung bitte bis zum 20. August 2018 zusenden an entknoten@lamsa.de

Workshop-Flyer und Anmeldebogen als PDF zum Download

Ich – Wir – Die. Ein Dekonstruktions-Crashkurs mit Nurkan Erpulat

Bei der Theaterarbeit mit multikulturellen Gruppen wird häufig versucht, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Spieler*innen herauszustellen, zu bearbeiten und zu inszenieren. Dabei stehen biografische Stationen wie Flucht und Migration im Zentrum der künstlerischen und inhaltlichen Auseinandersetzung. Seit einigen Jahren kursiert durch die Theaterhäuser nun auch die Idee der postmigrantischen Gesellschaft. Diese geht von Individuen aus, die ihre ganz eigenen Geschichten mitbringen, sich begegnen und austauschen – und sich dabei weder auf ihre Herkunft noch auf ihre Migrationsgeschichte reduzieren. Identitäten sind komplex, widersprüchlich und in ständiger Veränderung. So gibt es „den Deutschen“ genauso wenig wie „den Italiener“ oder „die Türkin“. Ebenso ist es möglich, seine eigene Biografie immer wieder neu zu entdecken – und zu erzählen.

Im Seminar “Ich – Wir – Die. Ein Dekonstruktions-Crashkurs mit Nurkan Erpulat“ werden die Teilnehmer*innen zum Spiel mit Identitäten und Identitätskonstruktionen eingeladen, um jenseits der Integrationsdebatte theatrale und künstlerische Methoden des Erzählens und Darstellens auszuprobieren. Was sind Regieansätze für das Konzept „Postmigrantisches Theater“? Mit welchen Methoden können wir an das Thema herangehen? Darüber hinaus wird es Raum geben, um Begriffe und Fragen rund um das Thema „Postmigrantisches Theater“ zu diskutieren.

Titel: “Ich – Wir – Die. Ein Dekonstruktions-Crashkurs mit Nurkan Erpulat“

Dozent: Nurkan Erpulat (Maxim Gorki Theater, Berlin)

Zeit: 08. September 2018 (10-19 Uhr) und 09. September (10-18 Uhr) – Die Zeiten sind unter Vorbehalt.

Ort: Spielmitte e.V., Geiststraße 22 (Hinterhaus, 3. Etage), 06108 Halle (Saale)

Das Fachseminar richtet sich an alle Interessierten des Theater- und Kulturbereichs. Eine verbindliche Anmeldung ist bis spätestens 17. August 2018 über das Anmeldeformular möglich. Es gibt eine begrenzte Platzzahl! Hier findet ihr die gesamte Ausschreibung als PDF.

Das Fachseminar ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem Landeszentrum Spiel&Theater Sachsen-Anhalt e.V. (LanZe) und dem Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt e.V. (LAMSA). Vorkenntnisse sind für das Seminar nicht notwendig. Für das Seminar ist es ausreichend, wenn man über eigene Erlebnisse auf Deutsch sprechen kann. Das Seminar findet ohne Sprachmittler*innen statt. Bitte bringt bequeme Kleidung und ausreichend Essen und Trinken mit. Vor Ort werden kleine Snacks und Tee bereitgestellt.

Teilnahmegebühr

  • Normalpreis: 80,-€
  • ermäßigter Preis I: 65,-€
    (gilt für Studierende, ALG II-Empfänger*innen, Schüler*innen, Schwerbehinderte)
  • ermäßigter Preis II: 50,-€
    (gilt für LAMSA-Mitglieder, ebenso für LanZe-Mitgliede)

Wer Unterstützung bei Fahrt- und Unterbringungskosten benötigt, wendet sich bitte an uns:

Tel: 0391 – 990 59 79 3
Email: keywan.tonekaboni@lamsa.de

In Kooperation mit:

LanZe