Projektkonzept

Ziele des Projektes

In Halle und Magdeburg bieten wir je eine feste Beratungsstelle zum Thema Alltagsrassismus. Migrantinnen und Migranten sowie Personen, welche von Diskriminierung betroffen sind, können sowohl bei diesen beiden Beratungsstellen Unterstützung suchen als auch das mobile Beratungsangebot im gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt in Anspruch nehmen.

Ergänzend zu diesem Angebot wird ein Kooperationsnetzwerk von Erst- und Verweisberatungsstellen aufgebaut. Ratsuchende sollen durch Einzelberatungen und im Rahmen von Workshops gestärkt und vorbereitet werden, um zukünftig in diskriminierenden Situationen handlungsfähig zu sein. Zudem soll die Verantwortungsübernahme diskriminierender Personen und Institutionen eingefordert werden.

Durch die Erstellung einer Datensammlung möchten wir herausfinden in welchen Bereichen in Sachsen-Anhalt lebende Migrantinnen und Migranten besonders von Diskriminierung betroffen sind. Die Ergebnisse werden dokumentiert und anonymisiert veröffentlicht. Durch regelmäßige Berichterstattung, welche die Perspektive der Betroffenen nachvollziehbar darstellen soll, kann die Öffentlichkeit nachhaltig sensibilisiert werden. Die Ergebnisse sollen zur Entwicklung weiterer Projekte und entsprechender Beratungsstrukturen genutzt werden.

Handlungskonzept

Während Opferberatungsstellen oberhalb der Gewaltschwelle und bei eindeutig strafrechtlich relevanten Delikten beraten, fehlt es in Sachsen-Anhalt ergänzend an Beratungsstellen, welche bereits in Fällen von Diskriminierung und Alltagsrassismus intervenieren.

Im Rahmen des Projektes ENTKNOTEN soll diese Beratungslücke geschlossen werden. Als eine Konsequenz von Diskriminierungserfahrungen erleben sich Betroffene häufig als machtlos und verletzlich. Empowerment ist deshalb ein zentraler Grundsatz qualifizierter Beratung. Ratsuchende sollen sich (wieder) als aktive Akteurinnen und Akteure erleben und werden darin unterstützt, selbstbewusst und in Eigenregie für ihre Rechte einzutreten. ENTKNOTEN bietet zudem Ratsuchenden Qualifizierung an, um sich selbst, aber auch die Menschen vor Ort zu unterstützen und weitere Betroffene an das Projekt zu verweisen.

Weiterhin soll ein Konzept zur fallbezogenen und übergreifenden Öffentlichkeitsarbeit und von Handlungsstrategien gegen Diskriminierung entwickelt und umgesetzt werden. Das Projektteam nimmt außerdem regelmäßig an Gremien und Netzwerken teil, um auch in diesem Rahmen für das Themenfeld zu sensibilisieren und entsprechenden Bedarf frühzeitig zu erkennen.