Pressemitteilung zu Rassismus-Erfahrungen

Rassismus-Erfahrungen ernst nehmen

Diese Pressemitteilung wurde vom LAMSA e.V., Träger des Projekts Entknoten, am 30.07.2018 veröffentlicht.

Berichte von Betroffenen über Rassismus und Diskriminierung werden oft kleingeredet

Halle (Saale), 30. Juli 2018

Unter dem Hashtag #MeTwo teilen aktuell tausende twitter-User ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus und Diskriminierung. Die geschilderten Ereignisse geben einen Einblick darüber, womit Migrant*innen und Migranten, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen die in Deutschland geboren sind, aber rein phänotypisch nicht als zugehörig gelesen werden, täglich konfrontiert sind.

„Dass sich so viele Betroffene zu Wort melden verdeutlicht, dass es bisher keine Selbstverständlichkeit war, über Diskriminierungserfahrungen zu sprechen“, betont Mamad Mohamad, Geschäftsführer des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA). Oftmals wird ihnen eine falsche Wahrnehmung oder Humorlosigkeit unterstellt oder gar das Recht abgesprochen, überhaupt Kritik üben zu dürfen. Zudem werden rassistische Vorfälle als privater Streit oder übertriebene persönliche Befindlichkeit verharmlost, statt diese als Diskriminierung anzuerkennen. Durch die Verharmlosung wird Betroffenen das Recht abgesprochen, gegen erlebte Diskriminierung vorzugehen.

LAMSA beobachtet dieses Phänomen regelmäßig unter anderem im Projekt ENTKNOTEN, der Beratungsstelle gegen Alltagrassismus und Diskriminierung. Die Ratsuchenden, welche ENTKNOTEN aufsuchen, kommen in der Regel, weil sie Ausgrenzungen erleben, z. B. auf dem Wohnungs- oder Arbeitsmarkt. Sie berichten dann meist auch von rassistischen Beleidigungen und Angriffen im Alltag. Jeder diskriminierende Spruch, jede Ausgrenzung bewirkt eine Mikroaggression, die im Laufe der Zeit für Betroffene immer schwerwiegender werden kann und sich sowohl psychisch als auch physisch, bspw. mit körperlicher Erschöpfung, zeigt.

ENTKNOTEN möchte Betroffene unterstützen, sich gegen Diskriminierung zu wehren. Deshalb finden neben der persönlichen Einzelfallberatung im Rahmen des Projektes regelmäßig Empowerment-Workshops statt. Diese bieten Betroffenen zudem die Möglichkeit, sich im geschützten Rahmen über ihre Erfahrungen auszutauschen.

Geplante Workshops:

18., 25. und 26. August 2018 – Redaktionsworkshop Diskriminierung (mit fjp>media)
08. und 09. September 2018 – Theaterworkshop Postmigrantisches Theater (Ich – Wir – Die.)
15./16. September 2018 – Empowerment-Workshop für Frauen mit Rassismuserfahrungen

Über das LAMSA:

Das Landesnetzwerk (LAMSA) wurde im Jahr 2008 gegründet und vertritt seither die politischen, wirtschaftlichen und sozialen, sowie kulturellen Interessen der Menschen mit Migrationshintergrund auf Landesebene. Es versteht sich als deren Fürsprecher und steht gegenüber der Landesregierung, allen migrationspolitisch relevanten Verbänden, Institutionen und weiteren Migrantenorganisationen in anderen Bundesländern als Ansprechpartner zur Verfügung. Im März 2014 gründete LAMSA einen gemeinnützigen Verein. Derzeit sind 97 Organisationen und Einzelpersonen unterschiedlicher Herkunft, kultureller Prägung sowie religiöser Zugehörigkeit im LAMSA vertreten.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung.

Kontakt:

Herr Mamad Mohamad

Geschäftsführer des LAMSA e.V.

Tel.: (0345) 171 94 051 | Mobil: 0176 444 089 69

E-Mail: mamad.mohamad@lamsa.de | Web: www.lamsa.de

www.alltagsrassismus-entknoten.de

Hier finden Sie die PDF.